Das Geschäft mit dem Hass – Wie Online-Bezahldienstleister von der rechtsextremen Szene genutzt werden

Veröffentlichung: 22. September 2021

Das Institute for Strategic Dialogue (ISD) und der Global Disinformation Index (GDI) haben eine neue Studie veröffentlicht, die zeigt, wie 17 bekannte deutsche extremistische Gruppen vermutlich 20 verschiedene Online-Finanzdienste nutzen, um ihre Aktivitäten zu finanzieren. Zu diesen Diensten gehören so bekannte Kreditkartenunternehmen wie American Express, Mastercard und Visa, populäre Zahlungsplattformen wie Paypal, Square und Stripe, Überweisungsdienste wie Giropay und Klarna, Online-Shopping Unternehmen wie WooCommerce, aber auch Spendendienste wie Patreon und GiveWP.

Alle Dienste waren auf den Websites der Gruppen zu finden, obwohl mehr als die Hälfte dieser Online-Finanzdienste Nutzungsbedingungen haben, die eine Verwendung durch solche Webseiten ausdrücklich verbieten.

Insgesamt wurden in der Studie 79 verschiedene Online-Finanzierungskanäle gefunden, die von diesen extremistischen Gruppen genutzt werden. Alle in diesem Bericht analysierten Gruppen stehen unter Beobachtung des Verfassungsschutzes oder haben wesentliche Verbindungen zu diesen Gruppen. Zu den Gruppen gehören die NPD, die Nachrichtenseite Compact und die “Identitäre Bewegung Deutschland”, aber auch bekannte extremistische Einzelpersonen wie Attila Hildmann. Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung:

  • Direkte Banküberweisungen werden von mehr als zwei Dritteln der Gruppen (15/17)
  • genutzt.
  • Der Webshop-Service WooCommerce ist der am häufigsten genutzte Zahlungsdienst (9/17).
  • Kryptowährungen wie Bitcoin werden von drei der Gruppen genutzt.
  • Facebook-Shops werden von drei Gruppen genutzt, darunter die NPD-Partei.

Die Studie wirft ein Schlaglicht darauf, wie diese Online-Finanzierungskanäle eine finanzielle Lebensader für bekannte deutsche extremistische Gruppen darstellen, von denen viele ihre Aktivitäten im Vorfeld der Bundestagswahl am 26. September 2021 ausgeweitet haben.

Download