Desinformationskampagnen gegen die Wahl: Befunde aus Sachsen-Anhalt

Veröffentlichung: 21. Juni 2021
Autoren: Nora Mathelemuse und Julia Smirnova

In deutschsprachigen sozialen Medien nehmen Kampagnen, die es zum Ziel haben, Zweifel an der Rechtmäßigkeit von Wahlen zu säen, an Fahrt auf. Im Hinblick auf die Bundestagswahl sollten zuständige Behörden mit gezielter Aufklärung gegensteuern, um einer Destabilisierung des demokratischen Prozesses vor der Bundestagswahl vorzubeugen. 

Im Kontext der Landtagswahl von Sachsen-Anhalt haben allein geschätzte 2,6 Millionen Twitter-Nutzer:innen Beiträge mit dem Hashtag #Wahlbetrug innerhalb  24 Stunden nach der Wahl angezeigt bekommen. Das lag auch an Twitters Empfehlungsalgorithmen, welche die Reichweite entsprechender Beiträge exponentiell erhöhten. Neben Twitter erreichte Desinformation über Wahlen in den vergangenen zwei Wochen auch etwa über Facebook, Telegram oder Bitchute, sowie über die Blogs und Newsletter rechter Influencer wie Roland Tichy, Boris Reitschuster und Oliver Janich ein breites Publikum. 

Das Misstrauen an demokratischen Verfahren und etablierten Medien macht einen Teil der Wählenden anfällig für Desinformation über die Integrität der bevorstehenden Wahlen. Diese Themen müssen daher in den kommenden Monaten sorgfältig beobachtet und analysiert werden.

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The Business of Hate: Bankrolling Bigotry in Germany and the Online Funding of Hate Groups

The Institute for Strategic Dialogue (ISD) and the Global Disinformation Index (GDI) have published a new study which shows how 17 known German far right groups and actors allegedly use online funding services to fund their activities. These services include companies like Mastercard, Paypal, Giropay and WooCommerce). More than half of these online funding services have Terms of Service (ToS) that should prohibit their use by such sites.